Pflanzliche Mittel Schlafstörungen

Pflanzliche Mittel

um besser schlafen zu können

Es gibt eine Reihe von pflanzlichen Extrakten, die eine schwache Schlaf anstoßende Wirkung haben. Allen voran Baldrian. Für die schlaffördernde und beruhigende Wirkung sind vermutlich die sogenannten Sesquiterpene verantwortlich. Sie wirken anscheinend über die Modulation von GABA-Rezeptoren, die eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn haben.

Aber auch Hopfen, Lavendel, Johanniskraut, Melisse und Passionsblumenkraut können beim Einschlafen helfen. Die Zahl der rezeptfrei angebotenen Präparate ist immens groß und letztlich muss jeder Patient für sich entscheiden, ob er einen Versuch damit unternimmt. Sicher ist, dass sie u.U. nicht sofort wirken, sondern einige Tage eingenommen werden sollten, bis sie eine Wirkung haben. Die Patienten meiner Sprechstunde haben die pflanzliche Schiene meist hinter sich, insofern sehe ich es nicht als meine Aufgabe hier genaue Therapievorschläge zu machen. Wie es auch auf andere Schlafmittel zutrifft, bin ich eher der Meinung, man sollte bei länger anhaltenden Schlafstörungen eine genaue Ursachenforschung betreiben, denn eine Schlafstörung ist immer ein Hinweis, dass irgendetwas nicht stimmt.

Da es sich bei pflanzlichen Präparaten um Mischstoffe handelt, ist der eigentliche Wirkstoff meist nicht geklärt. Oft werden sie als Kombinationspräparate angeboten, was ihre Wirkung verstärkt. Aber Vorsicht: Es gibt auch Wechselwirkungen zu Pharmakopräparaten und Nebenwirkungen. Wer z.B. Johanniskraut nimmt, sollte nicht in die Sonne gehen und darauf achten mit welchen Medikamenten er es kombiniert.

Homöopathische Schlafmittel:

Homöopathische Präparate gehören eigentlich in die Hand des Fachmanns. Die Kombinationen sollten auf den Patienten abgestimmt werden. Auch wenn manche Mediziner darüber lächeln, die Homöopathika haben natürlich eine Wirkung. Sie wirken natürlich nicht wie ein klassisches Medikament, sondern über ihre in ihnen ruhenden energetischen Informationen. Nur so ist auch die sognannte Potenzierung zu erklären. Auch hier gibt es natürlich eine Reihe von Fertigpräparaten, die individuell ausprobiert werden können. Wie bei den pflanzlichen Präparaten ist ihre Zahl so groß, dass es bei einem wöchentlichen Wechsel des Präparates ca. ein Jahr dauern dürfte, bis man sie alle durchprobiert hat. Wer diese Gelassenheit entwickelt hat, dürfte ein wesentliches Problem seiner Ein- und Durchschlafstörung gelöst haben und benötigt eigentlich keine zusätzliche Medikation mehr.

Rezeptfreie Schlafmittel:

Es gibt eine Reihe von rezeptfreien Schlafmitteln, bei denen es sich nicht um pflanzliche Präparate handelt. Dazu gehören diverse sogenannte Antihistaminika. Histamin ist ein wichtiger Botenstoff als Gewebshormon oder Neurotransmitter. Es spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist immunologisch an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt. Es lässt beispielsweise das Gewebe anschwellen.

Antihistaminika der ersten Generation, zu ihnen gehören die gebräuchlichen Schlafmittel Doxylaminsuccinat und Diphenhydramin-hydrochlorid überqueren die Blut-Hirn-Schranke und gelangen ins Gehirn. Dort lösen sie zentrale Wirkungen wie Müdigkeit und Schläfrigkeit aus. Die Halbwertszeit ist relativ kurz. In der Peripherie zeigen sie anticholinerge Reaktionen z.B. Mundtrockenheit, Verstopfung etc. . Eigentlich ist es die Nebenwirkung, die den Schlaf auslöst, denn ursprünglich dienten sie dazu, allergische Reaktionen zu dämpfen. Dafür gibt es heute Antihistaminika der 2. Generation, die weniger im zentralen Nervensystem dämpfend wirken und eine längere Wirkdauer haben. Bitte lesen Sie vor Einnahme dieser Präparate den Beipackzettel genau durch und entscheiden dann, ob sie das Medikament einnehmen wollen. Das Nebenwirkungsprofil und die Interaktionen mit anderen Medikamenten sind insbesondere durch die anticholinerge Wirkung nicht unerheblich.

Eisen:

Auf einen ausgeglichenen Eisenstoffwechsel ist insbesondere deshalb zu achten, weil ein Mangel das Symptome eines Restless-Legs-Syndroms (RLS) auslösen kann und somit den Schlaf stört. Eisenmangel kann auch Depressionen und Müdigkeit auslösen. Man sollte daher bei Schlafstörungen auch den Eisenspiegel kontrollieren und ggf. Eisen ergänzen. Dies kann u.U. die Schlaf- und Lebensqualität verbessern.

Magnesium:

Magnesium ist ein wichtiges Spurenelement. Es interagiert mit dem Kalziumstoffwechsel und ist insbesondere für die Muskulatur von Bedeutung. 

L-Tryptophan:

L-Tryptophan fördert gesunden Schlaf. In den 1980 Jahren erfreute sich L-Tryptophan einer großen Beliebtheit als Einschlafmittel. Durch verunreinigtes Tryptophan kam es in den USA zu einer Häufung des Eosinophilie-Myalgie-Syndroms mit teilweise tödlichem Ausgang, woraufhin Tryptophan bis 1996 verboten wurde. Erst als die Ursache geklärt war, wurde das Verkaufsverbot wieder aufgehoben. L-Tryptophan hat aber nie mehr seine damaligen Marktanteile zurückerobert. Dabei ist es in der Behandlung der Schlaflosigkeit durchaus hilfreich, da es eine Vorstufe zu dem Neurotransmitter Serotonin ist.

Serotonin fördert eine ausgeglichene Stimmungslage, nämlich das Gefühl der inneren Ruhe, Gelassenheit, und Zufriedenheit und es dämpft Angst, Traurigkeit und Aggressivität, ja sogar Hunger. Die sogenannten Serotoninwiederaufnahmehemmer erhöhen den Serotoninspiegel im Blut und wirken so antidepressiv. Eine ähnliche, allerdings nicht so starke Wirkung hat die Gabe von L-Tryptophan. Bei der Einnahme ist allerdings zu beachten, dass es nicht mit Mahlzeiten eingenommen werden darf, da es mit anderen Aminosäuren um die Resorption an der Blut-Hirnschranke konkurriert. L-Tryptophan ist in Deutschland als Schlafmittel, nicht aber als Antidepressivum zu gelassen. Es gibt besonders L-Tryptophanhaltige Nahrungsmittel wie z.B. Parmesankäse, Emmentaler, Sojabohnen, Cashewkerne, Edamer, Brie, Camembert, Weizenkeime, Eier, Fleisch und Fisch

Glutamin:

Auch Glutaminmangel kann Schlaflosigkeit verursachen. Glutamin beruhigt und stärkt die Psyche Patienten mit Erschöpfungszuständen und Hirnleistungsstörungen weisen häufig einen Mangel an Glutaminsäure auf. Innere Unruhe, Schlaflosigkeit und mangelnde Konzentration stehen damit im Zusammenhang. Aus Glutaminsäure bildet der Körper Glutamin und umgekehrt. Glutamin steigert die Produktion von GABA = Gamma-Amino-Buttersäure, die wiederum aus Glutamin hergestellt wird. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter des Gehirns. Das bedeutet, dass sie wie ein Schleusenwärter die Reizweiterleitung zwischen den Nervenzellen hemmt. Sie ist damit so etwas wie das natürliche Beruhigungsmittel des Gehirns. Steht dem Körper genügend Glutamin zur Verfügung, kann er GABA produzieren. Dies hat positiven Auswirkungen: Innere Ruhe, Ausgeglichenheit auch in Stresssituationen, verbesserte Konzentration, erholsamer Schlaf. Somit wirkt auch Glutamin unterstützend bei der Behandlung von Depressionen.

Die Einnahme erfolgt am besten über glutaminhaltige Nahrungsmittel. Man kann aber auch glutaminhaltige Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. In letzter Konsequenz ergibt sich aus einer Erhöhung des Glutamins in der Nahrungskette daher eine Förderung eines erholsamen Schlafes.

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